Durch die Initiative von Reiner Meissner fanden sich 14 lausbübisch-fröhliche Gleichgesinnte am frühen Sonntagmorgen (9:00 Uhr!), dem 18. Januar, im Hbf zusammen, um mit der DB pünktlich die Ausstellung „Böse?! Widerstand und Verbrechen“ im Deutschen Museum für Karikatur & Zeichenkunst Wilhelm Busch im Georgengarten in Hannover, zu besuchen.
Ziel der Ausstellung
Die Ausstellung will verdeutlichen, dass Max und Moritz mehr sind als eine Kindergeschichte: Sie stehen für den Umgang mit Regeln, Autorität und Moral – von kreativem Widerstand bis hin zu den Abgründen der Gewalt.
Entstehung und Bedeutung
Die Ausstellung beleuchtet die Entstehung von Wilhelm Buschs „Max & Moritz“ (1865) als eine der ersten und einflussreichsten Comic-Geschichten, in Original-Zeichnungen. Busch verarbeitete darin eigene Lebenserfahrungen mit Autoritäten (Lehrer, Handwerker, Onkel) und gesellschaftlichen Normen. Die Figuren wurden von zwei realen Jungen inspiriert und sollten als satirische Abrechnung mit der bürgerlichen Moral und strengen Erziehungspraxis dienen.
Das „Böse“ im Blick
Max und Moritz gelten als „böse Buben“, deren übertriebene Streiche gesellschaftliche Ängste und Heucheleien entlarven. Die Ausstellung hinterfragt, ob ihre Taten wirklich böse sind oder ob sie als Spiegel gesellschaftlicher Unterdrückung fungieren. Die drastische Strafe am Ende (sie werden von Gänsen gefressen) wird als satirische Übertreibung interpretiert, welche die harte Bestrafung von Regelbrechern karikiert.
Aktuelle Bezüge
Die Ausstellung zeigt, wie Max und Moritz bis heute als kulturelle Ikonen wirken – etwa in der Werbung oder politischen Debatten. Sie zieht Parallelen zu den Punk-Protesten in Hannover („Chaostage“ 1983), die wie die Lausbuben gegen Autorität und soziale Ungerechtigkeit rebellierten. Ein düsterer Kontrast ist der hannoveraner Serienmörder Fritz Haarmann (1925), der die Grenze zwischen harmloser Rebellion und unkontrollierter, krimineller Gewalt aufzeigt.
Dieser Kontrast soll die Besucher dazu anregen, über die Mehrdeutigkeit von „Böse“ nachzudenken: Wo liegt die Grenze zwischen harmloser Rebellion und echter Gefahr? Wie
unterscheidet sich kindliche Unart von Gewalt? Die Ausstellung nutzt diesen Vergleich, um die gesellschaftliche Faszination für das „Böse“ zu hinterfragen – und zu zeigen, wie schnell aus Provokation
Tragödie werden kann.
Die Museumspädagogin Frau Fischer staunte nicht schlecht, als sie auf die Frage, wo wir denn herkommen würden, die WIlhelm-Busch-Siedlung als unsere Heimat nennen durften. Das fand sie ganz toll, und möchte uns unbedingt besuchen, um diese famosen Straßennamen einmal in echt zu sehen.
Gegen 17 Uhr erreichten wir dann wieder Bremen, halb-pünktlich, aber voll frischem Wissens und neuer Eindrücke.
Vielen Dank, Reiner, für die Organisation !